Warum geben wir Glas-verpackungen manchmal zum Restmüll?Aus Bequemlichkeit, wie aktuelle Studienergeb-nisse zeigen.
Zum dritten Mal nach 2018 und 2022 erhob Austria Glas Recycling in einer repräsentativen Studie mit dem Marketinstitut, warum Menschen Glasverpackungen manchmal in den Restmüll geben, statt sie im Altglas zu entsorgen. Hauptsächlich aus „Faulheit“ und „Bequemlichkeit“, wie sich zeigt. Außerdem ist sichtbar geworden, dass den Menschen die Mülltrennung heutzutage weniger wichtig ist als noch vor vier Jahren.
Die Sache mit der Bequemlichkeit – für 52% der Grund, Glasverpackungen in den Restmüll zu geben.
Es ist schon erstaunlich. In Österreich blicken wir auf eine bald 50-jährige Erfolgsgeschichte der Altglassammlung zurück. Wir können uns stets auf ein funktionierendes, flächendeckendes Sammelsystem verlassen. Und wie die repräsentativen Studienergebnisse zeigen, sind wir gut informiert (verschwindende 7% der Befragten meinten, mangelndes Wissen hindere sie am richtigen Glasentsorgen). Auch der Weg zum Glasbehälter wird nur von 12% als Grund genannt, Altglas nicht sorgfältig zu entsorgen. Warum also tut man es dennoch und gibt Glasverpackungen zum Restmüll statt ins Altglas? „Faulheit“ und „Bequemlichkeit“ sind die beiden Gründe, die spontan von insgesamt 52% der Befragten genannt wurden. Das sind damit die mit Abstand am häufigsten genannten Gründe. Das Problembewusstsein gegenüber Fehlverhalten nimmt deutlich ab. Menschen nehmen es mitunter nicht mehr so genau und halten das auch nicht für so schlimm. Im Jahr 2018 räumten 65 % der Befragten der Mülltrennung einen sehr hohen Stellenwert ein, 2026 sind es nur mehr 55%. Das ist schade. Wer Altstoffe sorgfältig entsorgt, trägt auf sehr einfache Weise zum Naturschutz und zur Sauberkeit in Stadt und Land bei.
Glasflaschen zum Restmüll? Ein „NoGo“ für 74% der Befragten.
Grundsätzlich muss man natürlich sagen: Viele Menschen in Österreich nehmen das Entsorgen von Altglas sehr genau. Und die aktuelle Studie zeigt, dass es immerhin für 74% der Befragten ein „NoGo“ ist, Glasflaschen in den Restmüll zu werfen. Doch nur 59% der Befragten geben an, Lebensmittelgläser wie Marmeladengläser, Pestogläser, Gurkengläser stets sorgfältig zu entsorgen. Fakt ist: im Restmüll sind Glasverpackungen fürs Recycling verloren, weshalb wir sie stets zum Altglas und nie in den Restmüll geben sollen.
Recyclingfähigkeit von Verpackungen gewinnt an Bedeutung
Lässt man sich beim Einkaufen von Lebensmitteln davon beeinflussen, ob die Verpackung gut recycelt werden kann? Ja, gibt knapp die Hälfte der Befragten an. Und über 30% der Befragten versuchen, Produkte in vollflächig lackierten, mit Folie beklebten oder aus anderen Gründen schlecht recycelbaren Glasverpackungen zu vermeiden. Harald Hauke: „Einerseits gewinnt die Recyclingfähigkeit von Verpackungen an Bedeutung, andererseits nimmt die Motivation, sich an der Altstoffsammlung zu beteiligen ab. Glasverpackungen sind in sehr hohem Maß fürs Recycling geeignet. Vorausgesetzt, wir geben uns den Motivationsschub und entsorgen sie immer im Altglas.“
Wer auf Glas setzt, trifft immer eine gute Wahl
Glas ist eine gesunde, edle und formschöne Hülle für alles Gute, das sich in Küchen, Weinkellern, Bars oder Speisekammern befindet. Die Einsatzmöglichkeiten von Glas als Verpackung sind vielfältig, man denke nur an Essig, Öl, Pesto, Saucen, Marmeladen, Gewürzmühlen, Liköre, Weine und vieles mehr. Glasverpackungen schützen die Lebensmittel und Getränke, sie bewahren deren Geschmack, den Duft und die Vitamine. Man kann Nahrungsmittel in Glasverpackungen gut lagern, da Glas nicht mit dem Inhalt reagiert. Natürlich lässt Glas nichts aus der Umgebung ins Lebensmittel oder aus dem Lebensmittel entweichen. Man kann verstehen, dass in Glas verpackte Lebens- und Genussmittel in vielen privaten Haushalten und professionellen Küchen beliebt sind.
Glasverpackungen – für Kreislaufwirtschaft geschaffen
Küchen und Weinkeller sind Rohstoff-Goldgruben. Denn aus jedem ausgedienten Marmeladenglas, jeder ausgetrunkenen Weinflasche, einfach jeder leeren Glasverpackungen stellt die Glasindustrie neue Glasverpackungen her. Immer und immer wieder. In immer gleicher Qualität. Vorausgesetzt, wir alle, ob Profi-Gastronominnen, Hobby-Köche, Partygastgeber, Barbetreiberinnen, Diskofreaks, entsorgen unsere Glasverpackungen stets sorgfältig. Es sollte uns den kleinen Aufwand wert sein.
Seit fast 50 Jahren sammeln wir in Österreich Glasverpackungen, seit vielen Jahren erreichen wir Glasrecyclingquoten von über 80%. Glasverpackungen, die in Österreich hergestellt werden, bestehen im Durchschnitt über alle Formen und Farben zu zwei Drittel aus Altglas. Rund 8 Millionen Tonnen Altglas sind seit Beginn der heimischen Altglassammlung zum Recycling in die Glaswerke gebracht worden.

(c) Austria Glas Recycling/Fotograf: Daniel Willinger
„Für die Glasindustrie sind Glasverpackungen der wichtigste Rohstoff für die Herstellung neuer Glasverpackungen. Das spart Primärrohstoffe, z.B. Sande, die wir der Natur entnehmen müssten. Glasrecycling trägt dazu bei, dass unsere Naturlandschaften gesund und intakt bleiben können. Das ist ein schöner Ansporn, Glasverpackungen stets sorgfältig zum Altglas zu geben. Glasrecycling gilt Vielen als Role Model für Kreislaufwirtschaft. Machen wir mit!“
DI Eva Koller, Geschäftsführerin der Austria Glas Recycling GmbH



„Ein Dankeschön an alle, die bei der Glassammlung mitmachen – an Weinbäuerinnen und Weingenießer, an Köchinnen und Gourmets, an Hausfrauen und Hausmänner. Viele folgen dem Motto ‚Glass, taste, recycle‘.“
Dr. Harald Hauke, Geschäftsführer der Austria Glas Recycling GmbH
